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Italien · Bibliotheken mit allgemeiner Literaturversorgung als Hauptfunktion · Bezugsjahr 2025, Erhebung 2026

Lesegruppen in Italiens Bibliotheken: Das Angebot variiert stärker als die veröffentlichten bedingten Mittelwerte

In sechs regulären Gemeindegrößenklassen meldeten 28,9 bis 61,6 Prozent der Bibliotheken Lesegruppen. Unter den anbietenden Bibliotheken mit gültiger Zahlenangabe lagen die veröffentlichten Mittelwerte bei drei oder vier Gruppen. Die Grundgesamtheit umfasst 6.252 Bibliotheken mit allgemeiner Literaturversorgung als Hauptfunktion, nicht sämtliche Bibliotheken oder Einwohner. Davon bilden 277 Bibliotheken in Metropolitan-Hauptorten eine eigene Kategorie. Fehlende Antworten und gerundete bedingte Mittelwerte verlangen eine getrennte Betrachtung.

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Bilder weiterverwendenLesegruppen in Italiens Bibliotheken: Das Angebot variiert stärker als die veröffentlichten bedingten Mittelwerte — 32,7 pp: Spannweite des Angebots in sechs regulären Größenklassen. 28,9 % in Gemeinden bis 2.000 Einwohner gegenüber 61,6 % in der Klasse 10.001–30.000; gerundete Quellwerte.Vorschaubild herunterladen (JPG) ↓

Zentrale Ergebnisse

32,7 pp

Spannweite des Angebots in sechs regulären Größenklassen

28,9 % in Gemeinden bis 2.000 Einwohner gegenüber 61,6 % in der Klasse 10.001–30.000; gerundete Quellwerte.

3–4

Veröffentlichte bedingte durchschnittliche Gruppenzahl

Auf ganze Zahlen gerundete Mittelwerte unter anbietenden Bibliotheken mit gültiger Zahlenantwort; Gruppen, nicht Treffen.

6.252

Bibliotheken mit allgemeiner Literaturversorgung als Hauptfunktion

Trägerschaft getrennt betrachtet: 5.851 öffentliche und 401 private Einrichtungen. Die Erhebung aller Funktionen umfasst 8.883 Bibliotheken.

277

Bibliotheken in Metropolitan-Hauptorten, gesonderte Kategorie

65,3 % meldeten Gruppen; diese Einrichtungen gehören nicht zu den sechs regulären Größenklassen.

25,1 pp

Ungefährer Abstand nach dem günstigsten Szenario für unbekannte Angaben der kleinsten Klasse

61,6 % gegenüber einer oberen Szenariogrenze von 36,5 %; Sensitivität für unbekannten Status, kein Konfidenzintervall.

Wo sich der Unterschied zeigt

In italienischen Gemeinden mit höchstens 2.000 Einwohnern berichteten 28,9 Prozent der Bibliotheken mit allgemeiner Literaturversorgung als Hauptfunktion, im Jahr 2025 Lesegruppen organisiert zu haben. In Gemeinden mit 10.001 bis 30.000 Einwohnern waren es 61,6 Prozent. Der Abstand von 32,7 Prozentpunkten ist das deutlichste Ergebnis dieses Vergleichs. Der veröffentlichte durchschnittliche Umfang betrug in beiden Kategorien drei Gruppen, sofern eine Bibliothek Gruppen anbot und eine gültige Zahlenangabe machte. Damit werden zwei unterschiedliche Fragen auseinandergehalten: Gibt es überhaupt ein solches Angebot, und wie viele Gruppen melden die antwortenden Einrichtungen mit einem Angebot? Beide Fragen beschreiben die Bibliotheksarbeit, beziehen sich jedoch auf unterschiedliche Nenner.

Über die sechs regulären Gemeindegrößenklassen hinweg variiert der Anteil mit Angebot relativ stärker als die veröffentlichten bedingten Mittelwerte. Er steigt nicht einfach mit der Einwohnerzahl: Bis zur Klasse mit 10.001 bis 30.000 Einwohnern nimmt er zu, danach fällt er in den nächsten beiden Klassen wieder. Die Quelle weist die Hauptorte der Metropolitanstädte gesondert aus. Dort beträgt der Anteil 65,3 Prozent. Ihre Bibliotheken dürfen nicht ohne Neuberechnung in die größte reguläre Klasse eingegliedert werden. Der Befund beschreibt also ein ungleich verteiltes institutionelles Angebot, aber keine allgemeine Regel, nach der größere Orte stets mehr Lesegruppen hätten. Ob Menschen diese Gruppen besuchen, besuchen möchten oder gut erreichen können, bleibt mit diesen Tabellen offen.

Entscheidend ist die Funktion, nicht die öffentliche Trägerschaft

Die wichtigste Prüfung der Quelle betrifft den Kreis der Bibliotheken, die überhaupt nach Lesegruppen gefragt wurden. Istats umfassendere Erhebung zählte für 2025 insgesamt 8.883 berücksichtigungsfähige, öffentlich zugängliche Bibliotheken. Diese Zahl ist hier jedoch nicht der Nenner. Frage 15 des amtlichen Fragebogens erfasst die überwiegende Funktion einer Bibliothek. Die erste Antwortmöglichkeit bezeichnet die allgemeine Literaturversorgung der Bevölkerung, im italienischen Original „pubblica lettura“. Frage 20.1a zum Angebot von Lesegruppen richtet sich ausschließlich an Einrichtungen mit dieser Antwort. Tabelle 3 zählt 6.252 entsprechende Bibliotheken. Diese Einschränkung ist leicht zu übersehen, weil die Überschriften der Tabellen 25 und 26 nur allgemein von Bibliotheken sprechen und die Filterführung erst im Fragebogen erkennbar wird.

Eine Funktion für die allgemeine Literaturversorgung ist nicht mit öffentlichem Eigentum gleichzusetzen. Von den 6.252 relevanten Einrichtungen waren 5.851 in öffentlicher und 401 in privater Trägerschaft. Eine private Bibliothek kann allgemeine Dienste für die Bevölkerung anbieten; eine öffentliche kann dagegen vorwiegend spezialisierte oder bestandserhaltende Aufgaben erfüllen. Auch rechnerisch bestätigt sich die Abgrenzung: Gewichtet man die nach Trägerschaft veröffentlichten Angebotsanteile mit den Bestandszahlen dieser Funktionsgruppe, ergeben sich ungefähr 44,48 Prozent. Das passt zum amtlichen Landeswert von 44,5 Prozent. Mit den Zahlen aller Bibliotheksfunktionen ergäben sich dagegen etwa 43,14 Prozent. Fragebogen und Kontrollrechnung stützen somit denselben engeren Nenner. Sämtliche Angebotsanteile dieser Untersuchung beziehen sich auf die relevante Funktionsgruppe einschließlich der ausdrücklich ausgewiesenen unbekannten Antworten.

Sechs Größenklassen und eine gesonderte Kategorie für Metropolitan-Hauptorte

Die sechs regulären Größenklassen umfassen zusammen 5.975 Bibliotheken mit allgemeiner Literaturversorgung als Hauptfunktion. Davon liegen 1.621 in Gemeinden mit bis zu 2.000 Einwohnern, 1.608 in der Klasse von 2.001 bis 5.000, 1.107 in der Klasse von 5.001 bis 10.000 und 934 in der Klasse von 10.001 bis 30.000 Einwohnern. Weitere 239 entfallen auf Gemeinden mit 30.001 bis 50.000 Einwohnern und 466 auf die reguläre Klasse über 50.000. Hinzu kommen 277 Bibliotheken in Metropolitan-Hauptorten. Erst einschließlich dieser gesonderten Kategorie ergibt sich die landesweite Gesamtzahl von 6.252. Die eigene Zeile für diese Hauptorte ist also keine überlappende Teilmenge, die zusätzlich zur größten regulären Klasse gezählt werden dürfte. Die beigefügte Tabelle enthält alle sieben Kategorien und den Landeswert.

Die Einwohnergrenzen beschreiben die Gemeinde, in der eine Bibliothek liegt, nicht deren Mitgliederzahl oder tatsächliches Einzugsgebiet. Eine Gemeinde mit mehreren Bibliotheken steuert mehrere Beobachtungen bei. Eine Gemeinde ohne eine berücksichtigungsfähige Bibliothek liefert diesem Vergleich dagegen keine Beobachtung. Deshalb lässt sich der Anteil der Bibliotheken mit Lesegruppen weder in einen Anteil der Gemeinden mit Gruppen noch in einen Anteil der Einwohner mit Zugang umdeuten. Fahrten über Gemeindegrenzen, Öffnungszeiten, Verkehrsanbindungen und die räumliche Verteilung der Einrichtungen können für die praktische Erreichbarkeit wichtig sein. Die Tabellen messen diese Zusammenhänge jedoch nicht. Die konsequente Trennung von geografischer Einordnung und statistischer Einheit verhindert, dass aus einem Befund über Bibliotheken eine unbelegte Aussage über persönliche Möglichkeiten wird.

Der Angebotsanteil steigt zunächst und fällt in den größeren regulären Klassen

In aufsteigender Reihenfolge der Gemeindegröße betragen die veröffentlichten Angebotsanteile 28,9, 40,2, 52,7, 61,6, 52,3 und 43,1 Prozent. Auf vier aufeinanderfolgende Anstiege folgen somit zwei Rückgänge. Der höchste Anteil innerhalb dieser sechs Klassen ist ungefähr 2,13-mal so groß wie der niedrigste. Dieses Verhältnis bezieht sich auf bereits gerundete Prozentangaben. Es schätzt weder die Zahl der Gruppen je Einwohner noch deren individuelle Nutzungsmöglichkeiten. Die Spannweite von 32,7 Prozentpunkten bietet eine einfache absolute Zusammenfassung. Erst die vollständige Folge der sechs Werte zeigt aber auch den Verlauf: Wer nur die kleinste und die größte reguläre Klasse miteinander vergliche, würde den höchsten Anteil in der mittleren Größenklasse übersehen.

Für die Metropolitan-Hauptorte stehen neben 65,3 Prozent mit Angebot weitere 30,3 Prozent ohne Angebot und 4,3 Prozent mit unbekanntem Status oder fehlender Antwort. Landesweit lauten diese drei Werte 44,5, 48,9 und 6,6 Prozent. Die Landeswerte ergeben sich aus der tatsächlichen Zusammensetzung der relevanten Bibliotheken; ein ungewichteter Durchschnitt der sieben Kategorien wäre kein geeigneter Ersatz. Die beiden kleinsten Klassen umfassen gemeinsam mehr als die Hälfte der relevanten nationalen Basis, während die Klasse mit 30.001 bis 50.000 Einwohnern deutlich kleiner ist. Diese Bestandszahlen helfen bei der Einordnung des Gesamtwerts, erklären aber nicht die Unterschiede. Weder Ressourcen und Personal noch örtliche Vorlieben oder organisatorische Entscheidungen werden hier als Ursachen identifiziert.

Die Zahl der Gruppen ist ein bedingter und gerundeter Mittelwert

Wenn eine Bibliothek Lesegruppen bejaht, fragt Frage 20.1b nach der Zahl der im Jahr 2025 organisierten Gruppen. Der Fragebogen unterscheidet ausdrücklich zwischen Gruppen und Treffen. Eine Gruppe, die sich wiederholt trifft, wird nicht bei jedem Termin als neue Gruppe gezählt. Der Wert ist deshalb weder eine Zahl jährlicher Veranstaltungen noch ein Maß der Treffenhäufigkeit oder des eingesetzten Personalaufwands. Tabelle 26 veröffentlicht für fünf der sechs regulären Größenklassen durchschnittlich drei Gruppen und für die Klasse mit 30.001 bis 50.000 Einwohnern vier. Auch für Metropolitan-Hauptorte und das Land insgesamt beträgt der Mittelwert drei. Es handelt sich um auf ganze Zahlen gerundete Durchschnitte, nicht um die Aussage, jede anbietende Bibliothek habe genau diese Zahl von Gruppen organisiert.

Die Fußnote zu Tabelle 26 ergänzt eine weitere Einschränkung: Der Mittelwert wird für die Bibliotheken berechnet, die die Zahlenfrage beantwortet haben. Präzise handelt es sich daher um den veröffentlichten Durchschnitt unter den anbietenden Bibliotheken der relevanten Funktionsgruppe mit gültiger Zahlenangabe. Wie viele gültige Antworten jede Größenklasse enthält, ist nicht ausgewiesen. Die Tabelle belegt damit nicht, dass sämtliche Einrichtungen mit einer Ja-Antwort auch eine verwertbare Gruppenzahl nannten. Zudem verdeckt ein einzelner Durchschnitt die Verteilung. Tabelle 26 weist gesondert Anteile mit einer, zwei, drei und mehr als drei Gruppen aus. Die letzte Kategorie ist nach oben offen. Dort pauschal vier anzusetzen würde zusätzliche Informationen erfinden und den amtlichen Mittelwert nicht rekonstruieren. Deshalb bleiben die veröffentlichten Mittelwerte erhalten, ohne daraus unbeobachtete Gesamtzahlen abzuleiten.

Was sich zwischen den beiden Maßen vergleichen lässt

Angebotsanteile und bedingte Gruppenzahlen besitzen unterschiedliche Einheiten. Eine Spannweite in Prozentpunkten von einer Spannweite in Gruppen je antwortender Bibliothek abzuziehen wäre nicht sinnvoll. Relative Vergleiche liefern eine besser nachvollziehbare deskriptive Prüfung. Der höchste Angebotsanteil geteilt durch den niedrigsten ergibt ungefähr 2,13. Beim größten und kleinsten angezeigten bedingten Mittelwert beträgt das Verhältnis vier zu drei, also etwa 1,33. Die zweite Zahl ist ausdrücklich nur das Verhältnis der gerundeten Veröffentlichungswerte. Sie als exaktes Verhältnis der zugrunde liegenden Durchschnitte auszugeben würde eine nicht vorhandene Genauigkeit vortäuschen. Zulässig ist die engere Feststellung, dass das veröffentlichte Angebotsprofil in den sechs regulären Größenklassen eine größere relative Spannweite zeigt als das Profil der veröffentlichten bedingten Mittelwerte.

Eine Prüfung der Rundung verdeutlicht, inwieweit dieser Befund allein aus dem Zahlenformat entstehen könnte. Unter der Annahme einer üblichen Rundung auf die nächste ganze Zahl liegt ein als drei ausgewiesener Mittelwert ungefähr zwischen 2,5 und 3,5; bei vier reicht das entsprechende Intervall ungefähr von 3,5 bis 4,5. Das größte mögliche Verhältnis über diese Bereiche nähert sich 1,8. Bei Rundung der Angebotsanteile auf Zehntel bleibt deren Verhältnis dagegen oberhalb von ungefähr 2,12. Diese Prüfung gilt nur unter dem genannten Rundungsmodell. Istat beschreibt automatische Rundung, legt aber den Umgang mit exakten Grenzfällen nicht fest. Noch wichtiger: Die Rechnung korrigiert weder unvollständige Antworten noch die Auswahl der anbietenden Einrichtungen. Sie ist kein Signifikanztest und beweist nicht, dass bei Kenntnis aller fehlenden Gruppenzahlen dasselbe Muster gelten würde.

Unbekannte Antworten bleiben sichtbar

Tabelle 25 führt unbekannten Status und fehlende Antworten ausdrücklich auf. In den sechs regulären Größenklassen betragen ihre Anteile 7,6, 7,8, 6,5, 5,2, 3,3 und 4,7 Prozent. Würde man diese Angaben als bestätigtes Fehlen eines Angebots behandeln, ginge eine wesentliche Unterscheidung verloren. Eine alternative Rechnung teilt den veröffentlichten Ja-Anteil durch die Summe aus Ja und Nein. Mit den gerundeten Ausgangswerten ergeben sich ungefähr 31,3, 43,6, 56,4, 65,0, 54,1 und 45,3 Prozent. Das sind Anteile ausschließlich unter den Bibliotheken mit bekanntem Status. Sie ersetzen nicht den ursprünglichen Indikator. Nur mit zusätzlichen, hier nicht überprüfbaren Annahmen über die fehlenden Angaben könnten sie alle relevanten Bibliotheken unverzerrt repräsentieren. Ihre Aufgabe ist, die Wirkung einer offen ausgewiesenen Änderung des Nenners zu zeigen.

Ein anderes Szenario ordnet zunächst alle unbekannten Fälle dem fehlenden Angebot und anschließend alle dem vorhandenen Angebot zu. Daraus entstehen die ungefähren Bereiche 28,9–36,5, 40,2–48,1, 52,7–59,2, 61,6–66,8, 52,3–55,6 und 43,1–47,9 Prozent. Die oberen Grenzen werden als 100 minus Nein berechnet. Wegen unabhängiger Rundung kann dies geringfügig von Ja plus Unbekannt abweichen. Selbst wenn jede unbekannte Bibliothek der kleinsten Klasse eine Gruppe hätte, bliebe deren obere Grenze von etwa 36,5 Prozent noch 25,1 Prozentpunkte unter den beobachteten 61,6 Prozent der Klasse mit 10.001 bis 30.000 Einwohnern. Diese Bereiche betreffen mögliche Zustände innerhalb der ausgewiesenen Population. Sie sind keine Konfidenzintervalle und berücksichtigen weder im Erhebungsrahmen fehlende Bibliotheken noch unbekannte Gruppenzahlen bestätigter Anbieter.

Bezugsjahr 2025, erhoben im Jahr 2026

Die beobachtete Tätigkeit bezieht sich auf 2025. Istat erhob die Angaben zwischen März und Juli 2026 und veröffentlichte die ersten Ergebnisse am 12. Oktober 2026. Diese Daten haben verschiedene Funktionen: Eine Befragung im Jahr 2026 macht die erfasste Gruppentätigkeit nicht zu einer Beobachtung für 2026. Die umfassendere Erhebung begann mit einer Liste von 9.963 Einheiten. Laut Methodenbericht blieben 265 Einheiten ungeklärt, entsprechend 2,7 Prozent der ursprünglichen Liste. Als berücksichtigungsfähig und öffentlich zugänglich wurden 8.883 Bibliotheken festgestellt. Die Quote von 97,3 Prozent für beantwortete oder geklärte Fälle schließt auch Einrichtungen ein, deren Ausschluss anschließend geklärt wurde. Sie darf daher nicht als Antwortquote auf die Frage nach Lesegruppen oder auf die bedingte Frage nach deren Zahl dargestellt werden.

Die Erhebung erfasst öffentliche und private Bibliotheken, die die Teilnahmekriterien erfüllen und einem externen Publikum zugänglich sind. Schul- und Hochschulbibliotheken sowie weitere im Methodenbericht genannte Einrichtungen sind ausgeschlossen. Auch die Gewinnung und Zusammenführung der Angaben unterscheiden sich mit Folgen für fehlende Werte. In der Provinz Bozen beantworteten 88 von 269 Bibliotheken den Istat-Onlinefragebogen. Für andere Einrichtungen kamen Angaben aus der provinziellen Erfassung; dort nicht verfügbare Merkmale wurden als fehlend vermerkt. Tabelle 25 weist für Bozen beim Status der Lesegruppen 62,4 Prozent unbekannte oder fehlende Antworten aus. Dieses Beispiel warnt davor, jede Lücke als Verweigerung oder Desinteresse zu deuten. Es spricht auch gegen unkritische regionale Ranglisten. Die vorliegende Untersuchung bleibt deshalb bei der nationalen Einteilung nach Gemeindegröße.

Nutzen für Bibliotheken, Grenzen für Verlage

Für die Beurteilung des Bibliotheksangebots ist die Trennung zwischen Vorhandensein und bedingter Gruppenzahl hilfreich, weil ein Durchschnitt Einrichtungen ohne Angebot ausblenden kann. Drei Gruppen unter den antwortenden Anbietern sagen für sich genommen wenig darüber aus, wie verbreitet solche Angebote sind. In der kleinsten regulären Größenklasse steht dieser Mittelwert neben einem Angebotsanteil von 28,9 Prozent; in der Klasse mit 10.001 bis 30.000 Einwohnern neben 61,6 Prozent. Beide Maße zusammen machen den institutionellen Unterschied sichtbar, ohne ein bestimmtes Organisationsmodell als überlegen zu bewerten. Für weitere beschreibende Untersuchungen folgt daraus eine konkrete Anforderung: Einrichtungen ohne Lesegruppen sollten eigenständig untersucht werden. Ihre Situation lässt sich nicht aus den Durchschnittswerten bereits bestehender Programme erschließen.

Für Verlage und Autoren sind die wirtschaftlichen Aussagen enger begrenzt, als das Thema zunächst vermuten lässt. Die ausgewerteten Zeilen messen weder Teilnahme und Mitgliedschaft noch Buchauswahl, Käufe, Genrevorlieben oder Zahlungsbereitschaft. Eine Bibliothek ohne Gruppe belegt keine unbefriedigte Nachfrage. Sie zeigt auch nicht, dass es im Umfeld keine anderen Lesegruppen gibt. Unabhängige Gruppen, informelle Treffen und Angebote außerhalb von Bibliotheken liegen außerhalb dieses Maßes. Umgekehrt können mehrere Gruppen derselben Bibliothek teilweise dieselben Personen ansprechen oder sehr unterschiedliche Terminpläne haben. Die Tabelle erlaubt eine Beschreibung des institutionellen Angebots, aber keine Absatzprognose oder Schätzung eines Marktvolumens. Eine konkrete Kontaktstrategie würde zusätzliche örtliche Informationen und eine gesonderte Entscheidung über mögliche Adressaten benötigen. Beides ist nicht Bestandteil dieser Berechnungen.

Ergebnisse nachrechnen, ohne eine Gesamtzahl zu erfinden

Die beigefügte Datei bewahrt die veröffentlichten Prozentsätze und gerundeten Mittelwerte zusammen mit den Bestandszahlen der relevanten Funktionsgruppe und den berechneten Sensitivitäten. Zellverweise bezeichnen die betreffenden Stellen in den Tabellen 25 und 26; Tabelle 3 liefert die Bestandszahlen. Das Skript berechnet daraus erneut Spannweiten in Prozentpunkten, relative Verhältnisse, Anteile unter Fällen mit bekanntem Status und Grenzen der Szenarien für unbekannte Angaben. Die Landeszeile und die Metropolitan-Hauptorte bleiben vom Vergleich der sechs regulären Klassen getrennt. Die öffentlichen Dateien enthalten eine überschaubare Auswertungstabelle und die zugehörigen Methoden, nicht eine erneute Verbreitung der gesamten amtlichen Arbeitsmappe. Wer die Übernahme prüfen möchte, kann über den Quellenlink die Originaldatei von Istat aufrufen und die angegebenen Zellen vergleichen.

Bewusst fehlt eine naheliegende Rechnung: Angebotsanteil mal bedingter Mittelwert wird nicht als Gruppenzahl je Bibliothek oder als nationale Gesamtzahl ausgegeben. Dafür müssten die Nenner zusammenpassen und die gültigen Zahlenantworten hinreichend dokumentiert sein. Die Fußnote belegt keine vollständige Zahlenantwort aller Bibliotheken mit Ja-Antwort; außerdem sind die Mittelwerte gerundet. Eine belastbare Erweiterung bräuchte je Kategorie die Zahl der Ja-Antworten, die Zahl gültiger numerischer Antworten und die Gesamtzahl der Gruppen, ergänzt um einen ausdrücklichen Umgang mit fehlenden Werten. Bis dahin stehen die beiden Maße nebeneinander. Istats Daten unterliegen grundsätzlich CC BY 4.0, soweit nichts anderes angegeben ist. Wiederverwendung verlangt Quellenangabe, Lizenzlink und Kennzeichnung der Änderungen. Eigene Erläuterungen und Berechnungen stammen von Alisson Bento; eine Billigung durch Istat oder ein Recht zur Nutzung seines Logos wird nicht behauptet.

Lesegruppen in italienischen Bibliotheken

Italien · Bezugsjahr 2025 · Erhebung 2026. Hauptfunktion: allgemeine Literaturversorgung · N = 6.252 Bibliotheken

Vollständige Grafik und Quelle
Italien · Bezugsjahr 2025 · Erhebung 2026 Hauptfunktion: allgemeine Literaturversorgung · N = 6.252 Bibliotheken *Die Metropolitan-Hauptorte sind aus den sechs Größenklassen ausgeschlossen. Unbekannte Antworten zählen nicht als Nein. Die Balken sind keine Konfidenzintervalle. Einheit: Bibliothek, nicht Person oder Gemeinde. Keine Messung von Besuchen oder der Gesamtzahl an Lesegruppen. Bis 2.000: 28.9%; 2.001–5.000: 40.2%; 5.001–10.000: 52.7%; 10.001–30.000: 61.6%; 30.001–50.000: 52.3%; Über 50.000*: 43.1%; Metropolitan-Hauptorte (separate Kategorie): 65.3%

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Grafik und Werte

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Lesegruppenangebot und bedingte Mittelwerte, 2025
Gemeindebevölkerung/KategorieBasis der Funktionsgruppe NJa (%)Nein (%)Unbekannt/keine Antwort (%)Gerundete bedingte durchschnittliche Gruppenzahl
Bis 2.000162128.963.57.63
2.001–5.000160840.251.97.83
5.001–10.000110752.740.86.53
10.001–30.00093461.633.25.23
30.001–50.00023952.344.43.34
Über 50.000, ohne Metropolitan-Hauptorte46643.152.14.73
Metropolitan-Hauptorte (gesondert)27765.330.34.33
Italien625244.548.96.63

Bibliotheken mit allgemeiner Literaturversorgung als Hauptfunktion. N bezeichnet die Basis der Angebotsfrage aus Tabelle 3, nicht den unveröffentlichten Nenner gültiger Zahlenantworten. Prozentsätze und Mittelwerte behalten die Rundung der Quelle bei. Metropolitan-Hauptorte stehen getrennt von den sechs regulären Klassen.

*Die Metropolitan-Hauptorte sind aus den sechs Größenklassen ausgeschlossen. Unbekannte Antworten zählen nicht als Nein. Die Balken sind keine Konfidenzintervalle. Einheit: Bibliothek, nicht Person oder Gemeinde. Keine Messung von Besuchen oder der Gesamtzahl an Lesegruppen. Quelle: Istat, Tabellen 3 und 25 · CC BY 4.0 · Analyse: Alisson Bento

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Daten und Downloads

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Lesegruppenangebot und bedingte Mittelwerte, 2025
Gemeindebevölkerung/KategorieBasis der Funktionsgruppe NJa (%)Nein (%)Unbekannt/keine Antwort (%)Gerundete bedingte durchschnittliche Gruppenzahl
Bis 2.000162128.963.57.63
2.001–5.000160840.251.97.83
5.001–10.000110752.740.86.53
10.001–30.00093461.633.25.23
30.001–50.00023952.344.43.34
Über 50.000, ohne Metropolitan-Hauptorte46643.152.14.73
Metropolitan-Hauptorte (gesondert)27765.330.34.33
Italien625244.548.96.63

Bibliotheken mit allgemeiner Literaturversorgung als Hauptfunktion. N bezeichnet die Basis der Angebotsfrage aus Tabelle 3, nicht den unveröffentlichten Nenner gültiger Zahlenantworten. Prozentsätze und Mittelwerte behalten die Rundung der Quelle bei. Metropolitan-Hauptorte stehen getrennt von den sechs regulären Klassen.

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Sensitivität für unbekannten Status in sechs regulären Größenklassen
Gemeindebevölkerung/KategorieJa bei bekanntem Status (%)Alle unbekannten Fälle Nein: Untergrenze (%)Alle unbekannten Fälle Ja: Obergrenze (%)
Bis 2.00031.328.936.5
2.001–5.00043.640.248.1
5.001–10.00056.452.759.2
10.001–30.00065.061.666.8
30.001–50.00054.152.355.6
Über 50.000, ohne Metropolitan-Hauptorte45.343.147.9

Berechnet aus gerundeten Anteilen. Anteil bei bekanntem Status = 100×Ja/(Ja+Nein). Szenariogrenzen = Ja und 100−Nein. Keine Konfidenzintervalle; fehlende numerische Gruppenzahlen bleiben unberücksichtigt.

Daten und Methode

So haben wir gerechnet

  1. Deskriptive Sekundäranalyse der Istat-Tabellen 3, 25 und 26; Bezugsjahr 2025, Erhebung März–Juli 2026, Erstveröffentlichung 12. Oktober 2026, Abruf 30. Oktober 2026.
  2. Der Fragebogen auf Seiten 9 und 11 bestätigt die Beschränkung auf die Hauptfunktion allgemeine Literaturversorgung und die bedingte Zahlenfrage. Die Basis summiert sich auf 6.252; Metropolitan-Hauptorte bleiben gesondert.
  3. Gerundete Quellanteile und ganzzahlige Mittelwerte bleiben erhalten. Berechnet werden Spannweiten in Prozentpunkten, relative Verhältnisse, Anteile bei bekanntem Status und Szenarien für unbekannte Angaben. Keine Signifikanztests oder zusammengeführten Gruppengesamtzahlen.
  4. Das herunterladbare Skript berechnet abgeleitete Größen aus der Analyse-CSV erneut. Quellenlinks und Zellverweise ermöglichen eine unabhängige Prüfung der Datenübernahme.

Was die Daten nicht aussagen

  • Einheit ist die Bibliothek, nicht die Gemeinde, Person, Mitgliedschaft oder Teilnahme. Allgemeine Literaturversorgung als Funktion bedeutet nicht öffentliche Trägerschaft.
  • Für die bedingten Mittelwerte fehlen die Anzahlen gültiger Zahlenantworten. Angebotsanteile dürfen nicht mit diesen Mittelwerten zu Gesamtzahlen multipliziert werden.
  • Erfassungsumfang, fehlende Einzelangaben, Unterschiede administrativer Quellen und Rundung bleiben relevant. Szenarien für unbekannten Status sind keine Konfidenzintervalle.
  • Keine Aussagen über Treffenhäufigkeit, Mitglieder, Teilnahme, Plätze, Nachfrage, Buchkäufe, Genrevorlieben oder kausale Mechanismen.

Originalquellen

  1. Istat: Indagine sulle Biblioteche, reference year 2025

    Istat: Indagine sulle Biblioteche, Bezugsjahr 2025. Erste Ergebnisse vom 12. Oktober 2026; Erhebung März–Juli 2026.

    Abgerufen am 30. Oktober 2026

  2. Istat statistical tables, 2025

    Istat-Tabellen für 2025: Tabelle 3 liefert die Basis nach Hauptfunktion, Tabelle 25 das Gruppenangebot, Tabelle 26 die bedingte Verteilung und gerundeten Mittelwerte. Fußnote zum Mittelwert in Zeile 63.

    Abgerufen am 30. Oktober 2026

  3. Istat methodological note

    Istat-Methodenbericht: Erhebungsrahmen, Teilnahmekriterien, Erhebung, ungeklärte Einheiten, Unterschiede provinzieller Quellen und Rundung; Seiten 1–4.

    Abgerufen am 30. Oktober 2026

  4. Istat glossary

    Istat-Glossar: Allgemeine Literaturversorgung als überwiegende Funktion, unabhängig von der Trägerschaft; Seite 2.

    Abgerufen am 30. Oktober 2026

  5. Istat official questionnaire, 2026 collection

    Amtlicher Istat-Fragebogen, Erhebung 2026: Frage 15 auf Seite 9 erfasst die Funktion. Frage 20.1a auf Seite 11 gilt nur bei Q15=1; Frage 20.1b nur bei Ja. Gezählt werden Gruppen, nicht Treffen.

    Abgerufen am 30. Oktober 2026

  6. Istat legal and reuse terms

    Istat-Rechts- und Nutzungsbedingungen: Grundsätzlich CC BY 4.0, soweit nicht anders angegeben; Quellenangabe, Lizenzlink und Änderungshinweis erforderlich. Für Logos und fremde Materialien gelten gesonderte Beschränkungen.

    Abgerufen am 30. Oktober 2026

Studie zitieren und weiterverwenden

Alisson Bento. Lesegruppen in Italiens Bibliotheken: Das Angebot variiert stärker als die veröffentlichten bedingten Mittelwerte. Eigene Sekundäranalyse von Istat, Bezugsjahr 2025, Erhebung 2026. Quellen abgerufen am 30. Oktober 2026. https://alissonbento.com/de/research/italy-library-reading-groups-municipality-size/

Quelle: Istat, Indagine sulle biblioteche pubbliche e private, Beobachtungen 2025, Erhebung 2026, Tabellen 3, 25 und 26. Quelldaten: CC BY 4.0, https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/. Eigene Berechnungen und deutsche Erläuterungen: Alisson Bento. Auswahl, Beschriftungen und berechnete Sensitivitäten sind Änderungen. Eine Billigung durch Istat oder Rechte an dessen Logo werden nicht behauptet.

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