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Das Licht vor der Flut — Kostenlose historische RomanceGratis · Exklusiv

Kostenlose historische Romance

Das Licht vor der Flut

Das Hafenlicht wurde gelöscht. Alda kann Boote reparieren, doch um ihre Bucht zu retten, muss sie einem Lotsen vertrauen, der noch nicht die ganze Wahrheit erzählt hat.

Historische M/F-Liebesgeschichte zwischen Erwachsenen an der Küste, mit Handwerksberufen, Rettung und Vertrauen, das wachsen muss.

Sinnliche Spannung und Küsse; keine grafischen sexuellen Beschreibungen.

  • Von Fremden zu Verbündeten
  • Gemeinsames Können
  • Erarbeitetes Vertrauen
  • Gemeinschaft
  • Küstenromantik

Etwa 89 Min. Lesezeit · 20.570 Wörter

Zwei Sommer vor A Prometida Do Guerreiro Viking rettet Alda in einer anderen Nordseebucht eine Frau aus einem Schiffswrack und entdeckt Spuren eines falschen Leuchtfeuers. Mit einem Lotsen ungewisser Vergangenheit hat sie drei Tage, um den Verkauf des Meerzugangs zu verhindern — und herauszufinden, ob Liebe Schutz bieten kann, ohne die Tür zu schließen.

Bücher von Alisson Bento

A Prometida Do Guerreiro Viking

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Das erloschene Licht

Alda

Alda hörte den Rumpf brechen, bevor sie das Schiff sah. Unter dem Schuppendach passte sie gerade den Rand einer Eichenplanke an, als das Knacken durch das Rauschen des Regens drang. Sie kannte diesen Klang. Gutes Holz konnte ein Leben lang ächzen, ohne zu brechen; was von der Bucht herübergekommen war, klang kurz und trocken, gefolgt von einem Schrei, den der Wind vom Strand forttrug.

Sie ließ die Dechsel los. Die Klinge fuhr in den Hauklotz und zitterte nach. Jenseits der Tür lag die Spitze des Turms im Dunkeln.

Runa entzündete den Feuerkorb vor dem letzten Abendlicht. Das tat sie selbst im Sommer, selbst wenn die Fischer behaupteten, jeden Stein beim Namen zu kennen. An diesem Abend verhüllte Nebel die Hafeneinfahrt, und ohne das Licht ließ sich auf dem Meer keine Entfernung mehr abschätzen. Alda nahm das Seil von der Wand und rannte zum Sand.

Ein Frachtschiff lag schräg auf dem äußeren Riff. Das halb gesetzte Segel zog den Mast zum Wasser hinunter. Zwei Gestalten klammerten sich an die Reling. Eine dritte tauchte auf einem Schaumkamm auf und verschwand, bevor Alda entscheiden konnte, ob es ein Mensch oder ein Fass war.

„Weg mit dem Segel!“, rief sie, obwohl sie an Bord niemand hören konnte.

Das kleine Flickboot lag umgedreht neben der Werft. Alda schob die Schulter unter den Rand. Das Boot bestand aus mehr Flicken als ursprünglichem Holz und war dafür gebaut, den Hafen zu durchqueren, niemals das Riff in einer solchen Nacht. Immerhin war es ein Boot. Sie schob, bis eine Welle es anhob.

„Allein kentert es dir noch vor dem langen Felsen.“

Die Stimme kam vom Lagerhaus. Ein Mann ging den Hang hinunter, ein Ruder und eine Stange in den Händen. Er gehörte nicht zu den Fischern, die in dieser Woche hier arbeiteten. Er trug das Haar im Nacken zusammengebunden, eine kurze Wolljacke und jene unangebrachte Ruhe, die Menschen ausstrahlten, wenn sie sich schon für die Gefahr entschieden hatten.

„Dann schieb“, erwiderte Alda.

Er sah sie einen Moment an, als prüfe er den Befehl oder das Boot. Dann zog er die Jacke aus, warf sie auf den trockenen Sand und stieg ins Wasser. Keine Welle verschonte ihn. Als das Boot schwamm, packte er das Heck und wartete, bis Alda eingestiegen war.

„Ich kenne die Durchfahrt“, sagte er.

„Und ich kenne die Planken. Wenn du rechts fahren musst, dann langsam. Die Naht auf der Seite ist noch frisch.“

Der Mann nickte, ohne zu widersprechen. Das unterschied ihn bereits von den letzten drei Seeleuten, die Reparaturen verlangt und Alda anschließend ihre eigene Arbeit erklärt hatten. Sie setzte sich vorn hin, das Seil zwischen den Füßen. Er nahm das größere Ruder. In Strandnähe gehorchte das Boot gut. Beim ersten Vorstoß aus dem geschützten Wasser schwappte ihr Wasser über die Beine.

Der Fremde versuchte nicht, die Welle zu bezwingen. Er ließ den Bug steigen, hielt den Kurs und glitt hinter dem Schaum hindurch. Alda spürte das Holz unter ihrem Körper nachgeben. Was sie mit eigenen Händen geschaffen hatte, dem vertraute sie; alles andere musste sich erst bewähren.

„Dein Name?“, fragte sie, ohne sich umzudrehen.

„Torben.“

„Alda.“

„Ich weiß.“

Sie wollte sich umsehen. Sie tat es nicht. Links ragte eine dunkle Felsspitze auf, so nah, dass sie sie mit dem Ruder hätte berühren können. Wenn Torben ihren Namen kannte, konnte seine Erklärung warten. Das große Schiff knackte erneut. Das Segel riss, und eine Stoffbahn peitschte auf das Wasser.

Der erste Mann klammerte sich an eine leere Kiste. Torben lenkte das Boot auf die Seite, zu der ihn die Strömung trieb, und Alda warf das Seilende. Der Seemann griff danach, verfehlte es, hustete. Sie legte die Brust über den Bootsrand, ertrug den eisigen Schwall in ihrem Kragen und bekam das Seil unter seinem Arm hindurch.

„Noch nicht einsteigen. Sieh mich an. Wie heißt du?“

„Odel.“

„Odel, stemm die Füße gegen das Holz. So. Jetzt warte.“

Torben verlagerte sein Gewicht zur anderen Seite. Gemeinsam zogen sie, mit einer Bewegung, die das Boot aus dem Meer selbst zu reißen schien. Odel fiel zwischen die Sitzbänke und erbrach Wasser. Das Boot sank etwas tiefer. Alda nahm die kleine hölzerne Schöpfkelle und begann zu lenzen.

Eine Frau war noch auf dem Schiff. Ein Arm hing am Ladungsgitter fest; mit dem anderen presste sie eine kleine Truhe an die Brust. Die Segelbahn schlug dicht an ihrem Gesicht vorbei.

„Lass die Kiste los!“, rief Torben.

Die Frau bewegte den Kopf. Der Wind mochte den Befehl fortgetragen haben, doch Alda erkannte das Nein.

„Sie hängt fest“, sagte sie. „Der Ärmel.“

Torben schob die Stange zwischen zwei gebrochene Planken und hielt das Boot am Rumpf. Alda richtete sich auf. Der rutschige Boden schien unter ihren Füßen wegzugleiten. Sie klammerte sich an einen teerbedeckten Rand, erreichte den Ärmel der Frau und fühlte, dass der Stoff um einen krummen Nagel gewickelt war. Zöge sie nur daran, würde sie den Arm aufreißen.

„Ich brauche dein Messer.“

Torben ließ den Griff los, ohne nach dem Grund zu fragen. Alda nahm die Klinge und schnitt den Stoff an der Schulter durch. Die Frau stürzte plötzlich nach vorn, schwer von Wasser und Panik. Die Truhe traf Aldas Knie. Einen Augenblick neigten sich alle drei Menschen zur selben Seite, und der Bootsrand verschwand unter einer schwarzen Wasserzunge.

„Runter!“, befahl Torben.

Alda sank auf die Knie und umklammerte die Frau. Odel kroch trotz seines Zitterns zum Heck. Das Boot richtete sich auf. Torben ließ die im Schiff verkeilte Stange zurück und nahm wieder das Ruder. Ein dumpfer Schlag erreichte sie, als hinter ihnen der Mast zusammenbrach.

Die Frau schrie nicht. Mit beiden Händen hielt sie die Truhe fest und starrte auf die Stelle, die sie gerade verlassen hatte. Alda zog ihr die nasse Kapuze über das Haar. Viel half es nicht, doch immerhin ließ es sich tun.

„Ist noch jemand dort?“

„Der Schiffsführer ist ins Beiboot gestiegen“, antwortete Odel. „Bevor wir aufgelaufen sind. Zwei Männer waren bei ihm. Das Boot ist nach Süden gefahren.“

„Du hast gesehen, wie alle drei abgelegt haben?“, hakte Alda nach.

Er nickte zähneklappernd. Das bewies nicht, dass sie die Küste erreichen würden, nur, dass sie nicht unter dem Rumpf lagen. Torben richtete den Bug auf einen Streifen ruhigeren Wassers. Mit jedem Ruderschlag spannten sich seine Nackenmuskeln. Alda schöpfte weiter. Das Klopfen der Kelle gegen den Boden gab der ganzen Fahrt ihren Takt.

Am Strand erwartete sie eine Reihe Fackeln. Bersi, der Schmied, watete bis zur Hüfte hinein und zog das Boot heran, während er das Wetter, die Boote und die allgemeine Halsstarrigkeit der Lebenden verfluchte. Hinter ihm stand Yrsa mit zwei Decken. Als sie ihre Tochter sah, fragte sie nicht, ob sie den Verstand verloren habe. Seit achtundzwanzig Jahren lernte sie, die nutzlosesten Fragen aufzuschieben.

„Die Frau zuerst“, sagte Alda.

Yrsa hüllte die Reisende ein und führte sie zur Werft. Odel versuchte allein aufzustehen, sank jedoch auf die Knie. Bersi hob ihn wie einen Sack Gerste auf. Torben blieb im Wasser, bis Alda auf den Sand gesprungen war. Als sie ihm das Messer zurückgab, sah er Blut an ihrer Hand.

„Geschnitten?“

„Ein Splitter.“

Er hielt die Hand hin, eine Bitte ohne Berührung. Alda zeigte ihm den Finger. Der Span saß tief neben dem Nagel, von Teer umgeben. Torben umfasste ihr Handgelenk mit einer Behutsamkeit, die nicht zu seiner Kraft am Ruder passen wollte, und betrachtete die Wunde im Licht von Bersis Fackel.

„Salzwasserholz. Hol ihn vor dem Schlafen raus.“

„Ich wollte den ganzen Finger abreißen. Aber dein Rat klingt billiger.“

Er lächelte. Erst da schien sein Gesicht nicht länger zu dieser Nacht zu gehören. In der rechten Augenbraue hatte er eine kleine Lücke und in den Augenwinkeln feine Falten, vielleicht von der Sonne, vielleicht vom Blick in die Ferne. Alda zog die Hand zurück, bevor die Wärme dieser Berührung sie ablenkte.

Die Reisende hieß Nessa und war sechsunddreißig Jahre alt. Sie sagte es am Kohlenbecken, bereits in Yrsas trockene Decke gehüllt, als biete sie Auskünfte an, die ihr niemand mit Gewalt abnehmen könne. Sie war Witwe und zu einer Siedlung auf der anderen Seite der Bucht gereist, um Wollstoff zu holen. Odel gestand mit seinen fünfundzwanzig Jahren und einer Scham, die er nicht verbergen konnte, dass dies seine dritte Fahrt als bezahlter Seemann gewesen war.

Alda fragte nicht, ob er schwimmen könne. Das Zittern seiner Hände klagte ihn bereits all der Fehler an, die er fürchtete gemacht zu haben.

„Das Licht war an der üblichen Stelle“, sagte Odel. „Eine kleine, niedrige Flamme. Der Schiffsführer schwor, es sei der Turm.“

Bersi hob den Kopf.

„Der Turm war dunkel, seit es finster geworden ist.“

Odel sah von einem zum anderen und suchte nach dem Menschen, der ihm glauben würde.

„Ich habe es gesehen. Ein gelbes Feuer. Wir sind auf die Linie eingeschwenkt und geradewegs auf die Felsen gefahren.“

Alda dachte an den dunklen Turm, an die Lage des Rumpfs. Das äußere Riff lag weit von der Einfahrtslinie entfernt. Ein Mann konnte sich im Nebel irren. Ein Feuer am falschen Ort konnte ihn auch dazu verleiten.

Nessa zog die Truhe unter die Bank. Im Deckel war ein Riss, und dunkles Wasser bildete eine Pfütze neben ihren Füßen.

„Ist etwas darin, das trocknen muss?“, fragte Alda.

„Meine Sachen.“

Das war keine Antwort gewesen. Alda erkannte ihr Recht an, keine andere zu geben. Sie nahm einen dünnen Keil und reichte ihn der Frau.

„Mach wenigstens einen Spalt auf. Was nass darin eingeschlossen bleibt, verfault.“

Nessa nahm das Werkzeug. Ihre Finger waren kräftig, mit Nadelspuren an den Knöcheln. Sie sah nicht aus wie jemand, der gewöhnlich einen Schatz beförderte. Eher wie jemand, der den Wert kleiner Dinge kannte.

Torben kam als Letzter herein. Er hatte die Jacke über das nasse Hemd gezogen, und die Wolle tropfte. Yrsa deutete auf einen Haken mit einer Tunika von Leif, Aldas Vater. Das Stück hing dort seit fünf Jahren, für Arbeiter, die vom Regen überrascht wurden. Trotzdem wollte Alda den Mann davon abhalten, sie anzuziehen.

Der Impuls verging, ehe er zu Worten wurde. Kleidung war Kleidung. Sie selbst hatte die Ellbogen geflickt, nachdem Leif gestorben war.

„An den Schultern passt sie mir nicht“, sagte Torben und hielt die Tunika am Kragen hoch.

„Sie steht dir besser als Fieber“, erwiderte Yrsa.

Er verschwand hinter der Trennwand aus Segeltuch. Alda widmete sich dem Splitter und arbeitete mit einer Nadelspitze daran. Jetzt, da sie niemanden mehr retten musste, zitterte ihre Hand. Mit Wasser vermischt zog das Blut einen rosigen Faden durch die Schüssel.

„Ich halte das Licht“, sagte Torben, als er zurückkam.

Er fügte nicht hinzu, dass ihre Hand unsicher war. Die Tunika spannte wie erwartet und trug am Ärmel den blauen Flicken, den Alda in einem langen Winter aufgenäht hatte. Sie drückte den Finger gegen den Tisch. Der Span kam ganz heraus. Der Schmerz ließ so rasch nach, dass tiefe Erschöpfung an seine Stelle trat.

Draußen kamen Schritte den Weg herauf. Hakon trat mit zwei Männern ein, die das Lagerhaus verwalteten. Sein Mantel war beinahe trocken. Mit neunundvierzig Jahren pflegte er einen gestutzten Bart und die Gewohnheit, schon die Stirn zu runzeln, bevor sein Gegenüber ausgesprochen hatte. Seit dem Tod des letzten Oberhaupts der Bucht verwaltete er den Hafen. Das Amt hätte vorläufig sein sollen. Es währte seit sieben Jahren.

„Wie viele?“, fragte er.

„Zwei Gerettete hier“, antwortete Alda. „Drei weitere sind im Beiboot nach Süden gefahren. Ihr müsst Männer am Strand entlangschicken.“

Hakon gab einem Begleiter den Befehl. Er war nicht unfähig, etwas Nützliches zu tun, und Alda versuchte sich daran zu erinnern, wenn er sie reizte. Dann musterte er Nessa, Odel und die Truhe.

„Alle vom Riff geborgene Ladung muss im Lagerhaus erfasst werden.“

Nessa stellte einen Fuß auf den Deckel.

„Mein Gepäck ist kein herrenloses Strandgut.“

„So ist es Brauch in der Bucht.“

„Der Brauch gilt für Waren ohne Besitzer“, sagte Alda. „Den Namen der Besitzerin hast du gerade gehört.“

Hakon sah sie mit eingeübter Geduld an.

„Übermorgen Nachmittag findet die Abgabenanhörung statt. Da kannst du mit allen über Bräuche streiten. Bis dahin lautet unser Auftrag, den Hafen in Betrieb zu halten.“

„Fang beim Turm an.“

In der folgenden Stille war das Knistern im Kohlenbecken zu hören. Hakon rieb mit einem Finger über die Mantelschließe.

„Runa muss erklären, warum sie das Licht hat ausgehen lassen.“

„Dann frage ich sie“, sagte Alda.

„Heute nicht. Der Weg ist gefährlich.“

Alda hob die verbundene Hand.

„Mir ist aufgefallen, dass die Nacht ungemütlich ist.“

Torben senkte den Kopf. Ein flüchtiges Lächeln bewegte seinen Mund, doch er mischte sich nicht ein. Hakon ging, nachdem er den Überlebenden befohlen hatte, am Morgen vorzusprechen. Nessa blieb reglos, bis die Schritte verklungen waren.

„Hat er nach deiner Kiste gesucht?“, fragte Alda.

Die Frau schloss die Augen.

„Morgen antworte ich.“

Yrsa legte ein weiteres Stück Torf auf und verkündete, Nessa werde bei ihr schlafen. Odel käme bei Bersi unter. Hinter dem sachlichen Ton hörte Alda die mütterliche Mahnung: Menschen, die beinahe gestorben waren, brauchten vor einem Verhör Suppe und Schlaf. Sie stimmte zu. Als alle gegangen waren, wirkte die Werft zu groß.

Torben stand noch an der Tür. Sein nasses Hemd hielt er zu einem Bündel zusammengedreht in der Hand.

„Du hast gesagt, dass du mich kennst“, erinnerte Alda ihn.

„Ich kannte deinen Namen. Ich wollte nach einer Reparatur fragen. Bersi hat mir den Schuppen gezeigt, kurz bevor wir das Schiff hörten.“

„Wo liegt dein Boot?“

„Am inneren Kai. Ein gebrochenes Ruder und eine gerissene Sitzbank. Nichts, wofür du deine Nacht opfern musst.“

Ihr gefiel, dass er die Nacht als etwas betrachtete, das ihr gehörte.

„Komm morgen wieder. Falls bis dahin das Dach nicht eingestürzt ist, sehe ich es mir an.“

Torben zögerte.

„Ich kannte diese Bucht, als ich jünger war. Die Durchfahrt hat sich verändert, aber das Riff wandert nicht. Das Licht, das Odel gesehen hat, stand auf der östlichen Untiefe.“

„Du hast es auch gesehen?“

„Als wir nahe am Rumpf waren. Fast erloschen. Ich dachte, jemand sei mit einer Fackel hinuntergekommen, um zu helfen.“

Alda sah wieder zur Tür. Der Turm stand nicht auf der Untiefe. Er stand oberhalb der Häuser an einem Steinweg, hoch genug, dass sein Licht selbst durch den Regen sichtbar blieb. Ihr Vater hatte sie die beiden Stellen unterscheiden gelehrt, bevor sie im Sand spielen durfte.

Sie nahm die Laterne vom Haken.

„Gehst du noch zum Turm?“, fragte Torben.

„Ja.“

Er hängte das Hemd an einen Pflock und nahm die zweite Laterne. Er bat sie nicht zu bleiben und kündigte auch nicht an, sie zu beschützen. Er wartete, bis Alda die Tür öffnete.

Auf dem Weg trug der Wind den Torfgeruch fort und brachte einen anderen, bitteren: Talg, der sehr nah am Strand verbrannt war. Alda blieb neben einem Unterstand aus Steinen stehen, in dem Netze aufbewahrt wurden. Auf dem Boden, durch eine Steinplatte vor dem Regen geschützt, lag eine Tonscherbe mit frisch erloschenem Fett.

Sie senkte die Laterne. Ein Stück dünnes Seil ragte aus dem Docht. Die Faser war rot, eingefärbt, um die Taue von Hakons Lagerhaus zu kennzeichnen.

Noch wusste sie nicht, wer dieses Feuer entzündet hatte. Doch jemand hatte den Ort gewählt. Und bevor drei Tage vergangen waren, musste sie verhindern, dass man einen weiteren wählte.

Das Boot ohne Besitzer

Alda

Runa empfing die Frage nach dem Licht mit einem Schlüssel in der Hand. Sie saß auf der untersten Turmstufe, einen geschwollenen Fuß in einer Schüssel. Neben ihr wartete ein noch voller Korb mit Kleinholz darauf, hinaufgetragen zu werden. Sie war einundsechzig und ließ sich nur selten etwas tragen.

„Das Schloss ist nicht meins“, sagte sie und hielt den Schlüssel hin. „Hakon hat es mittags austauschen lassen. Angeblich, damit kein Brennstoff gestohlen wird.“

Alda betrachtete das Eisen. Ein Zahn des Schlüssels war abgebrochen. An der Tür umgaben frische Spuren den Ring. Torben ging in die Hocke, um hinzusehen, berührte aber nichts.

„Hast du versucht, sie aufzubrechen?“, fragte er.

„Mit dem Fuß? Ich kann kaum ohne Stütze fluchen. Ich habe ein Mädchen zum Lagerhaus geschickt. Es hieß, ein Mann werde kommen und das Feuer anzünden. Ich habe gewartet, bis ich das Unglück hörte.“

Mit verkniffenem Mund zeigte Runa auf die Schüssel. Am Morgen hatte sie sich auf der Treppe beim Tragen des Talgs den Knöchel verstaucht. Seit Monaten bat sie um eine Helferin; Hakon behauptete, ein kleiner Hafen könne nicht zwei Menschen für ein einziges Feuer ernähren.

Alda legte die Tonscherbe von der Untiefe auf die Stufe. Runa streckte die Hand danach aus und zog sie zurück, bevor sie sie berührte.

„Die ist nicht aus meinem Korb.“

„Ich weiß. Du nimmst tiefe Gefäße.“

„Und ich verschwende kein gutes Tauwerk für einen Docht. Wer das verbrannt hat, hatte es eilig.“

Torben nahm die Fibel von seiner Jacke und schob sie zwischen den Ring und das Türholz. Alda sah seinen Fingern zu, präzise, ohne hastig zu sein. Er versuchte es einmal, legte die Fibel beiseite und nahm einen Eisenspan, der unten am Turm zum Auskratzen der Asche lag.

„Darf ich?“, fragte er Runa.

„Wenn du es kaputt machst, schreibe ich die Rechnung auf Hakons Namen.“

Die Tür gab mit einem leisen Ächzen nach. Torben lächelte nicht, als er sie offen hielt. Alda nahm den kaputten Schlüssel und stieg hinauf. Auf der Plattform war der Eisenkorb kalt, unter dem Dach trocken, mit genug Brennstoff, um die Einfahrt bis zum Morgengrauen zu beleuchten. Sie entzündete eine Handvoll Werg und wartete, bis die Zweige Feuer fingen. Erst da begriff sie, wie sehr sie dieses Licht brauchte.

Das Meer unter ihr blieb aufgewühlt. Kein Bootsschatten bewegte sich beim Riff. Auf dem Südweg kamen zwei Fackeln langsam voran: die Männer, die das Beiboot suchten. Alda umklammerte die Brüstung. Was sie in dieser Nacht tun konnten, war getan; was sie nicht tun konnten, wog schwerer.

Torben blieb am Treppenaufgang und ließ Abstand zwischen ihnen.

„Öffnest du viele Türen?“, fragte sie.

„Mehr Vertäuungen. Manche Türen.“

„Ist das ein Handwerk?“

„Es war einmal notwendig.“

Er bot keine Geschichte an, die seine Antwort angenehmer machte. Alda fand es klug, die Frage aufzuheben. Von unten rief Runa nach der Schüssel mit Essen, die auf einer Stufe stehen geblieben war. Das Leben verlangte auch nach kleinen Handreichungen, wenn eine große Ungewissheit alles ausfüllte.

Im Morgengrauen erreichte das Beiboot mit allen drei Männern lebend den Südstrand. Der Schiffsführer hatte einen verletzten Arm; die anderen hatten das Boot in der Nacht durch einen Schlammstreifen gezogen. Bersi brachte die Nachricht noch vor dem Brot, und Yrsa öffnete die Tür, um zu danken, ganz gleich, wer gerade zuhörte. Alda, die kaum geschlafen hatte, legte die Stirn auf die Tischkante. Erst danach konnte sie essen.

Torben erwartete sie mit dem gebrochenen Ruder in der Werft. Die Sitzbank seines Bootes war noch am Kai. Es war ein kurzes Boot, geeignet, einen Lotsen zwischen größeren Schiffen und der Küste zu befördern. Es zeigte ehrliche Gebrauchsspuren und trug am Bug eine kleine dunkle Holzplatte ohne das Zeichen eines Herrn oder Kaufmanns.

Alda kniete auf der Bank und drückte mit den Daumen gegen den Riss.

„Springst du hinein, wenn du vom Strand kommst?“

„Manchmal.“

„Lass es.“

„Ist das die Reparatur?“

„Das ist der kostenlose Teil. Der andere kostet Silber.“

Torben lachte leise. Alda zeichnete an, wo sie eine neue Querleiste schneiden würde. Sie arbeitete gern, wenn die Antwort im Holz lag. Ein Mann konnte in jedem Wort eine Absicht verbergen; eine gerissene Planke zeigte genau, wohin der Schaden verlief.

Odel erschien mit ihrem Werkzeugkasten. Die Decke hatte er bei Bersi gelassen und trug eine geliehene Tunika, an den Schultern zu weit.

„Ich möchte helfen“, sagte er.

„Hast du schon Holz getragen?“

„Fässer.“

„Holz beschwert sich nicht, wenn du es rollst. Aber ich schon. Bring zuerst diese Späne zu Runas Feuer.“

Die kleine Aufgabe schien ihn zu erleichtern. Alda kannte diese Erleichterung. Nach Leifs Tod hatten die Menschen ihr Rat, Mitleid und Schweigen angeboten. Der Erste, der sie um eine Arbeit gebeten hatte, war Bersi gewesen, mit einem gebrochenen Hammerstiel. An das Gewicht dieses Hammers erinnerte sie sich noch heute.

Bevor Alda die Bank ausgebaut hatte, kamen zwei Männer vom Lagerhaus her. Einer, mit strohfarbenem Bart, trug einen Stoffstreifen mit dem Hafenzeichen. Er band ihn an den Bug von Torbens Boot.

„Was tust du da?“, fragte Alda.

„Das Boot wird als Sicherheit für die Bergungs- und Unterbringungsgebühren des gestrandeten Schiffs einbehalten.“

Torben richtete sich langsam auf.

„Dieses Boot gehört nicht zu dem Schiff.“

„Du warst an der Bergung der Ladung beteiligt.“

„Wir haben zwei Menschen geborgen“, sagte Alda. „Kann ich dem Hafen auch mein Boot in Rechnung stellen?“

Der Mann wich ihrem Blick aus. Der Zweite hielt die Hand am Messer, eher um an dessen Vorhandensein zu erinnern als aus erkennbarer Absicht, es zu benutzen. Torben stand still, die Finger offen. Alda bemerkte, dass er die Füße des Bewaffneten beobachtete statt der Waffe.

„Von wem hat Hakon den Befehl?“, fragte sie.

„Er ist der Verwalter.“

„Das kann ich jeden Tag sehen. Ich habe gefragt, von wem der Befehl stammt.“

Eine Antwort blieb aus. Die Männer gingen, nachdem sie erklärt hatten, das Entfernen des Streifens gelte als Missachtung der Obrigkeit. Alda hielt den Bootsrand fest, um ihn nicht sofort herunterzureißen.

„Ich rede mit ihm“, sagte Torben.

„Und nimmst du das gebrochene Ruder mit?“

Er sah auf den Gegenstand, den er noch in der Hand hielt.

„Wirkt wie eine schlechte Drohung.“

„Wirkt wie jemand, der jeden Preis zahlt, um fortzukommen. Mach zuerst die Bank mit mir fertig.“

Torben betrachtete den Hafenstreifen. Sein Gesicht verschloss sich, und Alda meinte eine Tür zu sehen, die er öffnen konnte, aber lieber verschlossen hielt. Dann legte er das Ruder hin und nahm die Eichenleiste. Er übernahm die schwere Arbeit, während sie die Verbindungen anzeichnete.

Beim zweiten Einpassen trafen sich ihre Hände auf demselben Keil. Er nahm seine zurück, ohne theatralische Langsamkeit, und Alda hasste ihr Interesse an dem kleinen Abstand, der zwischen den Fingern blieb. Sie suchte keinen Mann. Sie wollte drei Tage überstehen, ohne die Werft zu verlieren oder jemanden wegen eines Dochts zu beschuldigen.

„Du kannst sie festhalten“, sagte sie.

Torben hielt die Leiste. Alda schlug mit dem Holzhammer zu. Der Klang zog über den Kai und brachte eine Ordnung zurück, die Hakon gerade von dort zu vertreiben versucht hatte.

Nessa kam gegen Mittag wieder. Die Truhe trug sie in ein Tuch gewickelt, außen inzwischen trocken. Sie bat darum, abseits der Arbeiter zu sprechen. Alda zeigte auf die Segelkammer, einen niedrigen Raum, in dem Yrsa Leinen, dicke Nadeln und Seilrollen aufbewahrte. Torben wollte sich entfernen.

„Er darf bleiben“, sagte Nessa. „Er hat mich auch gerettet.“

Alda trat zuletzt ein und schloss die Tür. Das schmale Fenster legte einen Lichtstreifen auf den Boden. Nessa stellte die kleine Truhe auf eine größere und nahm vorsichtig den Deckel ab. Darin lagen zwei Garnituren Kleidung, ein Münzbeutel und ein Täfelchen mit Ladungszeichen.

„Mein Bruder führte die Bücher für das Lagerhaus“, erklärte sie. „Er ist im letzten Frühjahr am Fieber gestorben. Ich wollte Dinge holen, die in einem gemieteten Haus jenseits der Bucht geblieben waren. Das habe ich in seiner Tasche gefunden.“

Das Täfelchen trug gruppierte Striche, einige abgekürzte Namen und kleine Zeichen neben den Mengen. Alda konnte nicht alles lesen. Doch sie erkannte das Zeichen für den Talg des Turms: einen Korb zwischen zwei Strichen. Leif hatte dasselbe Bild in Gefäße geritzt, die er für Runa hergestellt hatte.

„Mein Bruder hieß Erec. Er schrieb mir, dass die Rechnungen nicht aufgingen. Ich dachte, es sei das Murren eines schlecht bezahlten Mannes. Als ich das Täfelchen sah, suchte ich Hakon auf.“

„Wann?“, fragte Alda.

„Vor sechs Tagen. Vor der Reise. Er sagte, Erec habe sich geirrt. Ich solle ihm alle weiteren Aufzeichnungen bringen, die ich fände.“

Torben beugte sich vor, ohne das Holz zu berühren.

„Warum glaubst du, dass er gestern diese Kiste haben wollte?“

Nessa atmete durch die Nase und bezwang etwas, das ihre Stimme nicht vollständig hätte tragen können.

„Weil der Mann vom Lagerhaus, der mich zum Schiff begleitete, fragte, ob die Truhe verschlossen sei. Und weil Hakon nicht fragte, ob ich verletzt sei, als er die Werft betrat.“

Das waren Hinweise auf Interesse und mögliche Grausamkeit; noch kein Beweis für einen absichtlich herbeigeführten Schiffbruch. Alda zog eine Bank heran und setzte sich. Die Geste half Nessa, die Hände zu entspannen.

„Trennen wir, was wir wissen, von dem, was wir fürchten“, sagte sie. „Ich habe ein Feuer am falschen Ort gefunden. Runa bekam nach dem Austausch des Turmschlosses einen kaputten Schlüssel. Du hast Rechnungen, die Hakon sehen wollte. Das sind drei Dinge. Sie können zusammenhängen. Wir müssen zeigen, wie.“

Nessa schlug ein Stück Leinen auseinander, in das das Täfelchen eingewickelt gewesen war. Darin lag, zweimal gefaltet, dünnes Pergament mit einem Fleck an einem Ende. Alda roch abgestandenes Wasser, noch bevor sie die Buchstaben erkannte.

„Erec konnte besser schreiben als reden“, sagte die Frau. „Ich kann kaum lesen. Versuchst du es?“

Alda hatte es von einem Reisenden gelernt, der Unterricht gegen eine Bootsreparatur getauscht hatte. Sie las langsam, besonders flüchtige Schrift. Sie hielt das Blatt ans Fenster. Darauf standen Säcke und Fässer, die zum Unterhalt des Turms geliefert worden waren, gefolgt von einem wiederkehrenden Namen: Hakon. Unten hatte Erec notiert, dass die Hälfte der Vorräte auf ein privates Schiff gebracht worden war. Auf wessen Befehl, stand nicht dabei.

Torben legte einen Finger neben ein Zeichen und schonte das Pergament.

„Das ist ein Kontrollvermerk. Es müsste ein zweites Blatt mit dem Empfänger geben.“

„Im Kontor“, sagte Alda.

Das Gebäude stand jenseits der östlichen Brücke, vom Lagerhaus durch einen Meeresarm getrennt, der bei Flut breit wurde. Nessas Bruder hatte dort gearbeitet, wenn die Schiffe gemeinsam einliefen. Seit seinem Tod hielt Hakon das Gebäude unter dem Vorwand eines undichten Daches geschlossen.

„Woher kannst du Kontrollvermerke lesen?“, fragte Alda Torben.

„Auch Lotsen müssen bekommen, was man ihnen schuldet.“

Es war einleuchtend. Das wusste er. Die Antwort blieb zwischen ihnen liegen, allzu glatt.

Nessa verschloss die Truhe und verstaute Täfelchen und Blatt darin. Alda bat darum, die Mengen auf ein helles Holzstück abschreiben zu dürfen. Die Frau stimmte zu, verfolgte aber jede Bewegung. Sie wollte nicht, dass ihr Leben zu einer Angelegenheit wurde, die Menschen mit mehr Worten unter sich behandelten.

Als Alda fertig war, legte sie die Kohle in den Topf zurück.

„Das Original bleibt bei dir. Wenn wir es zeigen müssen, dann in deiner Gegenwart.“

„Und wenn sie es holen kommen?“

„Meine Mutter hat einen Mehlschrank, den außer ihr niemand öffnen kann, ohne die Tür zu ruinieren.“

Nessa lachte, und das Lachen endete beinahe in Tränen. Sie war einverstanden, die Truhe dort aufzubewahren. Yrsa hörte die Bitte an, ohne nach dem Inhalt der Kiste zu fragen; sie wollte nur wissen, ob das Mehl zwei Tage in einem Sack bleiben könne. Die Würde dieser Geste schnürte Alda unerwartet die Kehle zu.

Die Flut kam, als Torben und Alda zum Kai zurückkehrten. Odel mühte sich mit einem dicken Seil ab, damit das Flickboot nicht gegen einen Pfosten schlug. Die neue Bank in Torbens Boot war trocken und fertig. Der Beschlagnahmungsstreifen hing noch am Bug.

„Warum bist du nicht fortgefahren, bevor ich kam?“, fragte Alda. „Du hättest bei Tagesanbruch das Boot nehmen können.“

Torben stellte einen Fuß gegen den Poller.

„Runa brauchte jemanden, der den Brennstoff hinauftrug. Dann bat euer Schmied mich, beim Schiffsführer zu helfen. Als ich fertig war, warst du schon da.“

„Du bist also wegen der Aufgaben geblieben.“

Er sah sie offen an.

„Am Anfang.“

Eine Möwe landete zwischen ihnen und stahl ein Stück Rinde, das Odel liegen gelassen hatte. Alda bückte sich, um sie zu verscheuchen, und hatte Zeit, ein Lächeln zu verbergen, das sie ihm nicht schenken wollte. Als sie sich aufrichtete, betrachtete Torben die östliche Brücke.

Sie verband den Kai mit der kleinen Insel, auf der das Kontor stand. Fünf hölzerne Stützen steckten im Schlamm, darüber lagen salzverkrustete Querbohlen. Leif hatte sie in seinem letzten Sommer ausgebessert. Nach seinem Tod hatte Alda die Arbeit fortgesetzt, bis Hakon die Instandhaltung seinen Männern übertrug.

„Die Stütze dort ist locker“, sagte Torben.

Sie folgte seinem Blick. Ein Pfahl bei der Insel bewegte sich mit jeder Welle stärker als die anderen. So viel durfte er sich selbst bei kräftiger Strömung nicht bewegen.

„Bleibt hier.“

Alda betrat die Brücke. Das Holz war rutschig, hielt aber unter den ersten Schritten. In der Mitte sah sie eine helle Schnittspur an einem Querbalken. Sie ging in die Hocke. Der Keil, der die Stütze unter Spannung hielt, war verschwunden. Das Wasser hatte ihn nicht herausgerissen; frische Späne lagen um die Verbindung.

Odel trat hinter ihr auf die Bohlen, zu neugierig zum Gehorchen. Die Brücke gab etwas nach. Alda drehte sich gerade rechtzeitig um und sah, wie er nach dem seitlichen Seil griff.

„Langsam zurück. Einen Fuß nach dem anderen.“

Torben stand am Brückenanfang und zog bereits die Stiefel aus. Alda streckte Odel den Arm hin und ließ ihn vor. Der junge Mann erreichte den Kai mit aschfahlem Gesicht. Aus den Stützen kam ein Knacken.

Alda versuchte nicht zu laufen. Sie verteilte das Gewicht und machte kurze Schritte, bis sie Torbens Hand erreichte. Erst als ihr Fuß sicher auf dem Stein stand, zog er sie herüber. Hinter ihr sank ein Brückenende ins Wasser und riss den Zugang zur Insel mit sich.

Einen Augenblick sagte niemand etwas. Odel rieb sich mit den Handflächen das Gesicht. Torben hielt noch Aldas Arm, und sie spürte seinen Daumen durch die nasse Wolle.

Vom Lagerhaus kam das Schlagen einer Tür. Hakon beobachtete den Kai unter dem Vordach. Die gebrochene Brücke schien ihn nicht zu überraschen.

Alda löste ihren Arm langsam.

„Er wollte wissen, ob wir zu den Rechnungen gelangen“, sagte sie.

Torben sah auf das Wasser zwischen Kai und Insel.

„Jetzt weiß er, dass wir es versuchen werden.“

Moment – Die Brücke stürzte ein, bevor Alda die Rechnungen erreichte. Auf der anderen Seite wartet noch der Beweis.

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A Prometida Do Guerreiro Viking

Originalausgabe: Portugiesisch

Entre o gelo do Norte e o calor do desejo — um romance dark viking

Aus der Serie Cinzas & Coroas

Eine Historisch-Romance aus der Serie Cinzas & Coroas.

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Fragen

Bevor du dich verliebst.

Welche Beziehung steht im Mittelpunkt dieser Geschichte?

Historische M/F-Liebesgeschichte zwischen Erwachsenen an der Küste, mit Handwerksberufen, Rettung und Vertrauen, das wachsen muss.

Wie wird Intimität dargestellt?

Sinnliche Spannung und Küsse; keine grafischen sexuellen Beschreibungen.

Ist der eigene Handlungsbogen dieser Geschichte abgeschlossen?

Alda und Torben haben eine vollständige Geschichte und ihre eigene gemeinsame Liebeszukunft.

Teile die Begeisterung.

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